Programm 2024

Schlauer als der Mensch: Wie weit noch bis zur Superintelligenz?

Eva Wolfangel, Dr. Thilo Hagendorff, Nils Westerboer
Chatbots und andere Systeme künstlicher Intelligenz werden immer leistungsfähiger und verblüffen mit überzeugenden Dialogen. Manchmal scheint es, als hätten sie gar ein echtes Verständnis, Gefühle oder ein Weltmodell entwickelt. Sie haben in vielen Bereichen bereits übermenschliches Niveau erreicht. Wenn solche überraschenden Fähigkeiten auftreten – wie eine bessere Intuition oder ein mögliches Weltmodell – sprechen Forscherinnen und Forscher von emergenten Fähigkeiten: also von Fähigkeiten, die einfach so auftauchen, ohne dass sie bewusst programmiert wurden. Wo kommen diese Fähigkeiten her? Und wie lange dauert es noch, bis uns KI in allem überflügelt? Steht die Artificial General Intelligence bereits vor der Haustür? Und wie verändert sich unser Leben, wenn sie denn kommt?

Ferngespräche von Stern zu Stern: Kommunikation im Weltall

Dr. Odele Straub
Seit Jahrzehnten sucht ein Seitenzweig der Radioastronomie nach Signalen von intelligenten Lebewesen im Universum. Bislang vergeblich. Heißt das, dass wir alleine im Kosmos sind? Nein. Aber wir müssen uns fragen, wie Botschaften gesendet, übertragen und empfangen werden können. Radiowellen sind in vieler Hinsicht alles andere als optimal, da sie nur eine begrenzte Reichweite erzielen, bevor sie als Hintergrundrauschen verschwinden. Eine technologisch hochentwickelte Zivilisation würde für Langstreckenbotschaften also vermutlich Gravitationswellen verwenden. Diese durchqueren das Universum mit Lichtgeschwindigkeit, ungehindert und unverzerrt durch interstellare Blockaden von Staub und Gas. Aber wie könnte man denn nun eine künstliche Gravitationswelle erzeugen, um eine Nachricht über große Entfernungen zu senden? Wie können technologisch hochentwickelte Zivilisationen in einer
Galaxie kommunizieren? Und mit wem eigentlich? Die Astrophysikerin Dr. Odele Straub erklärt jene künftige Technologie, die irgendwann zum in der Science Fiction so oft beschriebenen First Contact führen könnte.

Mit Aliens reden: Wale als Trainer für den First Contact

Bettina Wurche
In den 60er Jahren entwickelte sich die Raumfahrt rasend schnell. Würde man im Weltall auf Aliens treffen? Wie sollte man mit ihnen kommunizieren? Auf der Suche nach fremdartigen Kommunikationsmustern suchten NASA-Forscher auf der Erde nach einer intelligenten Spezies, die eine ganz andere Sprache spricht als die Menschen. Sie entschieden sich für Delphine. Die intensive Beschäftigung mit den Delphinen ergab phantastische Einblicke in das Verhalten dieser sympathischen Meeressäuger. Seit dieser Zeit gehören kleine und große Wale fest zur Science Fiction dazu, ob als Uplift-Intelligenz oder als intelligenter Ansprechpartner für außerirdische Botschaften. Mittlerweile gestehen Biologen auch Walen eine Kultur zu, die allerdings ganz anders als die menschliche ist. Außerdem verspricht das Forschungsprojekt CETI gerade mit KI-Unterstützung einen Quantensprung bei der Entschlüsselung der Pottwal-Sprache – damit könnte die Idee einer Kommunikation mit Walen aus der Science Fiction in der realen Welt umgesetzt werden.

Pimp My Plants: Was kann – und darf – die grüne Gentechnik

Jonas Freudigmann
Mächtige Werkzeuge, neue Chancen, heiße Debatten:
Die Grüne Gentechnik verspricht bahnbrechende Fortschritte in der Landwirtschaft. Doch was genau steckt dahinter? Welche Risiken birgt diese Technologie? Und können wir sie wirklich nutzen, um die Herausforderungen des Klimawandels und der Ernährungssicherheit zu bewältigen?

Schon seit Jahrtausenden greift die Menschheit in die Natur ein und domestiziert Pflanzen, um bessere Erträge oder schmackhafte Früchte hervorzubringen. Über Generationen hinweg entstanden so die Nutzpflanzen, die wir heute kennen: Blumenkohl, kernfreie Bananen, und saftige Wassermelonen sind Zeugen dieser langen Tradition.
Mittlerweile gibt es jedoch auch neuere, zielgerichtete Methoden, um die Eigenschaften von Pflanzen zu verändern. Doch sind diese auch so sicher wie die altbewährten Ansätze? Und gibt es überhaupt Vorteile gegenüber der klassischen Pflanzenzucht?

Zukunft mit vielen Wild Cards: Lässt sich irgendetwas vorhersagen?

Karlheinz Steinmüller
Wie wird die Welt in zehn, in zwanzig Jahren aussehen? Zerrissen und voller Konflikte oder geprägt von Kooperation? Welche Rolle werden Deutschland und die EU dabei spielen? Wie können wir das Klima schützen, wie die Potentiale der Digitalisierung am besten nutzen? Wie sollen wir mit der demographischen Alterung umgehen? – Die Zukunft ist ein unbekanntes Land voller offener Fragen, voller Risiken und Chancen. Die Zukunftsforschung versucht, die großen Konturen des Kommenden zu erkennen und alternative Möglichkeiten, Zukünfte, zu beschreiben. Dabei stützt sie sich auf Trendentwicklungen, das Wissen von Experten und auf viel Partizipation. Aber das genügt nicht.
Hochrechnungen und Modelle sind für viele Entscheidungen eine wichtige Grundlage, ebenso Szenarien zu den möglichen und den wünschenswerten Zukünften. Aber selbst die klügste Künstliche Intelligenz könnte nicht all die Unwägbarkeiten und Überraschungen erfassen, die die nächsten Jahre und Jahrzehnte in sich bergen. Hier kommt die Phantasie ins Spiel. Sie ermöglicht es uns, aus bestehenden Denkmustern auszubrechen und auch extreme Eventualitäten, die Wild Cards der Zukunft, in den Blick zu nehmen.

Make It So – Wie Star Trek die Welt verändert

Prof. Dr. Andreas Rauscher 
Seit beinahe sechzig Jahren bildet das Universum der Star Trek-Serien und Filme einen
ebenso eigenständigen wie eigendynamischen Bereich der Science-Fiction. Als einer der
wenigen filmischen Zukunftsentwürfe im Mainstream, die sonst überwiegend von Dystopien
bestimmt sind, halten die unendlichen Weiten utopische Elemente bereit. Das Raumschiff
Enterprise und seine Kollegen bieten nicht nur ein philosophisches Experimentierfeld für
gesellschaftliche Reflexionen und einen virtuellen Spielplatz für Genrevariationen. Über die
Jahrzehnte hinweg lieferte Star Trek auch zahlreiche Inspirationen, sowohl für reale
technische Innovationen, als auch für die Formen des digitalen Geschichtenerzählens.
Anhand ausgewählter Beispiele spürt der Vortrag diesen Entwicklungen nach.

Smoke and Mirrors: Die Taschenspielertricks der Spieleentwickler

Paul Lawitzki | Chasing Carrots
Computerspiele sind nicht nur ein unterhaltsamer Zeitvertreib, sie können auch ein hervorragendes Umfeld zur Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen sein. Schon sehr früh im Werdegang der noch sehr jungen Disziplin der Spieleentwicklung haben Game Designer verstanden, dass sie ihre Spieler genau beobachten müssen, wenn sie in der Gestaltung ihrer Spiele Fortschritte erzielen wollen. Mit der Ankunft der Games als Unterhaltunsmedium in der Mitte der Gesellschaft haben sich viele Gelegenheiten ergeben, um teilweise überraschende Einblicke in die menschliche Wahrnehmung und die unbewussten Irrtümer der Spieler zu erlangen. Diese Erkenntnisse machen sich Game Designer zu Nutze, um die Spielerfahrung aufzuwerten, oder gar ihre Spieler hinters Light zu führen.

Weitere Programmpunkte folgen.