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Die Videos der Vorträge und Panels der Applied Fiction Days können Sie hier ansehen.

„Ich sehe Science-Fiction als eine lebensnahe Technikfolgenabschätzung“, sagte der Berliner SF-Autor Karlheinz Steinmüller auf dem Podium – und beschrieb damit fast nebenbei den Kern der Next-Frontiers-Konferenz am 21. Oktober in Stuttgart. Denn genau darum ging es den Wissenschaftlern aus den Bereichen Computing, Geobiologie, Sozial-, Medien- und Kulturwissenschaft und SF-Schriftstellern wie Tad Williams, Marcus Hammerschmid oder Emma Braslavsky. Wie bewerten wir die allgegenwärtige Technik heute – und in welche Zukunft führt sie uns? Dabei ging es ebenso um die post-fossile Stadt („Das Automobil ist ein gescheitertes Konzept“) wie um Future Food („Wenn uns Insekten nicht schmecken, dann schmecken sie zumindest den Fischen“) oder die Zukunft des Geldes („Unser Denken wird so sehr durch Warentauschkategorien bestimmt, dass wir eine Zukunft ohne Geld gar nicht wagen zu denken“). Viel Raum nahm das Thema Robotik und Künstlicher Intelligenz ein, wo der Bogen von der Menschenähnlichkeit bis zu KI in Computerspielen und Animes geschlagen wurde. Das letzte Wort gebührte schließlich dem aus den USA zugeschalteten Erfolgsautor Tad Williams („Otherland“). Science-Fiction sehe die Zukunft voraus? „Nein“, sagte er. „Ich schaue mir an, was heute ist. Dann versuche ich in der Art von Satire das heutige möglichst zu übertreiben, zuzuspitzen.“ So entsteht dann nicht nur gute Science-Fiction, sondern mitunter eben auch eine spannende Technikfolgenabschätzung.